Projekte 2017

Fronten

Inhalt: Im August erschien der Roman Fronten, des mehrfach ausgezeichneten Fürther Autors Leonhard F. Seidl in der Edition Nautilus. In acht Schullesungen und einer öffentlichen Veranstaltung wurde der Roman präsentiert und mit den Schüler*innen und Zuhörer*innen im Anschluss diskutiert. Der Roman lehnt sich an reale Ereignisse in der oberbayerischen Kleinstadt Dorfen an. 1988 erschoss dort ein psychisch kranker Waffensammler aus Jugoslawien drei Polizisten. Einen Monat später überfiel ein 26-jähriger Mann, der NPD-Mitglied war und sich als Neonazi bezeichnete, die Sparkasse und forderte drei türkische Staatsangehörige oder andere „Ausländer“ um die Polizisten zu rächen. Im Roman hat Seidl die Ereignisse folgendermaßen fiktionalisiert: Die kurdischstämmige Ärztin Roja Özen ist vorbildlich integriert in der oberbayerischen Kleinstadt Auffing. Bis der aus Bosnien stammende Muslim Ayyub Zlatar drei Polizisten auf der Wache erschießt. Er verschont nur sie. Es sieht alles nach einem Anschlag des IS aus. Roja Özen wird als Komplizin verdächtigt, verliert, Patient, Mann und Freunde. Der Breivik-Verehrer Markus Keilhofer, der bei seinen Reichsbürger-Großeltern aufgewachsen ist, stürmt daraufhin die Moschee.

Ziele: Das Projekt sollte aufzeigen wie gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit entstehen können, wie wichtig kritische Medienrezeption ist, das traumatisierte Geflüchtete keineswegs mehrheitlich zu Fremdgefährdung neigen. Es soll weitere Projekte im Schulalltag anstoßen und eine kritische Auseinandersetzung mit extrem rechten Weltbildern, Rassismus und der Reichsbürgerbewegung fördern.

Dieses Projekt wurde durchgeführt vom Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus


Musik ohne Grenzen

Inhalt: Behinderte Menschen werden auch heute noch ausgegrenzt und fühlen sich oft als Gruppe diskriminiert. Das führt dazu, dass Begegnungen zwischen den verschiedenen Gruppen der behinderten und nichtbehinderten Menschen gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nur sehr selten stattfinden, wodurch die beidseitigen Ressentiments schnell wachsen. Dies betrifft in ganz besonderem Masse junge Menschen mit einer Hörbehinderung, da sie durch die Sprachbarriere per se ausgegrenzt sind und ihre Art der Kommunikation von Altersgenossen oft ins lächerliche gezogen wird. Auf der anderen Seite haben aber auch junge Menschen mit Behinderung oft Vorurteile gegenüber den „Normalen“, da sie oft schon mit sehr negativen Erwartungen auf die anderen zu gehen. Viele Probleme im Miteinander beruhen auf Unsicherheiten und Missverständnissen auf beiden Seiten. In dem Projekt „Musik ohne Grenzen“ wurde durch verschiedene jugendkulturelle Angebote ein Zusammenkommen von allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei Musik und Tanz ermöglicht, Kommunikationsmöglichkeiten konnten erprobt, Vorurteile abgebaut und Begegnungen ermöglicht werden. Durch das gemeinsame Erleben wurde die Toleranz für den anderen einfach und selbstverständlich gemacht.

Ziele: Das Projekt sollte einen Raum der Begegnung zwischen behinderten und nichtbehinderten jungen Menschen schaffen, durch den die beidseitige Diskriminierung bekämpft und für Toleranz auf beiden Seiten geworben wird. Die Teilnehmer*innen lernten von einander Resepkt und Toleranz und den Umgang mit Andersartigkeit.

Dieses Projekt wurde durchgeführt von con-action.


Break all borders

Inhalt: Tanzen verbindet ohne Worte und über kulturelle, ethnische, soziale und religiöse Unterschiede hinweg. Um gemeinsam zu tanzen muss man nicht die gleiche Sprache sprechen, die Verständigung geht nonverbal. Das gemeinsame Handeln und Interesse steht im Vordergrund und verbindet. Breakdance ist als einer der 4 Säulen des HipHop eine sehr multikulturelle Sportart, die sich seit den Anfängen in den 70er/80er Jahren bis heute eines regen Zuspruchs der Jugendlichen und jungen Erwachsenen erfreut. Im Breakdance agieren junge Frauen und Männer miteinander über alle Grenzen hinweg. Am Karsamstag fand daher in der Elan-Halle eine große Breakdance Veranstaltung (Battle) für Jugendliche und junge Erwachsene statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung fanden sowohl innerhalb als auch außerhalb des Cyphers (Tanzkreises) interkulturelle Begegnungen und each-one-teach-one Workshops statt. Kernstück des Projektes war der Breakdance-Wettbewerb „The Art of Breakin´“, der am Karsamstag in der Elan-Halle in Fürth stattfand. „The Art of breakin´“ gleiderte sich in 3 Teilbereiche: Einen Workshop von 14.00 – 15.30 Uhr, den „Junior Battle“ für den Nachwuchs von 16.00 – 17.30 Uhr und den „Main Battle“ für alle B-Boys und B-Girls ab 14 Jahren, der von 18.00 – 22.00 Uhr stattfand.
Allein in Orgateam, Jury, DJ, Technik und Moderation gab es Menschen, deren Wurzeln in 8 verschiedenen Nationen liegen, was zeigt, welch riesiges kulturelles get-together im Rahmen derartiger Veranstaltungen möglich ist. Der Saal war bereits um 16.00 Uhr gut gefüllt und blieb es bis zum Ende. Eine bunte Mischun aus verschiedenen Nationalitäten und Altersgruppen feierte ein fröhliches Tanzfest.

Ziele: Interkulturelle Begegnungen durch gemeinsames Erleben und Erfahren. Interkultureller Erfahrungsaustausch über das Mittel der Jugendkultur.

Dieses Projekt wurde durchgeführt von S.K.A. mit e.V.


5. Streetsoccer Cup

Doppelpass zwischen Vielfalt und Gemeinschaft

Inhalt: Am 15. Juni war es wieder soweit. Zum 5. Streetsoccer-Cup trafen sich elf Mannschaften und zwei Promi-Mannschaften unter dem Motto „Doppelpass zwischen Vielfalt und Gemeinschaft“ um gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus und für Integration zu setzen. Unterstützt wurden sie dabei von 30 ehrenamtlichen Mitarbeitern der Jugend St. Martin und der Flüchtlingseinrichtung „House Welcome“.

Im Vorfeld wurden gezielt Flüchtlingseinrichtungen eingeladen, um eine multikulturelle Spielerbesetzung zu erreichen. 10 Jungen aus der Flüchtlingseinrichtung „House Welcome“, arbeiteten bereits im Vorfeld beim Spielfeldaufbau, der Hausvorbereitung, beim Einkauf von Lebensmitteln und der Zubereitung von internationalen Gerichten mit.

Um 10 Uhr war Anpfiff und der Cup begann mit einer Gruppenphase, gegen 13 Uhr erfolgte die offizielle Begrüßung und im Anschluss starte das „Promi-Spiel – Kirche gegen Politik und Gesellschaft“. Gegen 17 Uhr fand die Siegerehrung inkl. Verleihung des Fairness-Preises statt. Es konnten fast 80 aktive Spieler gezählt werden. Sie wurden von einem Hobby-DJ musikalisch begleitet und die DLRG sorgte für die Sanitätsabsicherung.

Unter den 30 Spielern mit Migrationshintergrund waren hauptsächlich Jungen aus Syrien, Afghanistan und Eritrea vertreten. Vor Beginn wurden alle Spieler dazu angehalten, eine Selbstverpflichtungserklärung gegen Rassismus zu unterzeichnen. Insgesamt verfolgten ca. 200 Zuschauer den SSC.Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sorgten für die kostenfreie Verpflegung aller Anwesenden durch gegrilltes Fleisch und Gemüse, sowie afghanisches Essen, Kaffee und Kuchen. Im Zuschauerbereich war ein Austausch genauso möglich wie im Haus beim Kickern, Billardspielen und „Fifa-Zocken“.

Ziele: Nach dem Motto „Teilnehmer werden zu Mitarbeitern“ wurde das Organisationsteam um Jugendliche aus dem House Welcome erweitert. Diese sollten das Event aktiv mitplanen und mit ihren Werten mitgestalten können. Die neu gewonne Vielfalt im Team förderte das Gemeinschaftsgefühl des interkulturellen Events und spiegelte die erwünschte Vielfalt unter den Teilnehmern wieder.

Dieses Projekt wurde durchgeführt von der Jugendarbeit St. Martin.


Velo

Fahrradcafé im Zett9

Inhalt: Einmal monatlich sollte im Kulturcafé Zett ein besonderer Ort der Begegnung entstehen. In Form eines „Fahrradcafés“ hatten junge Fürther*innen und junge Flüchtlinge/Neu-Fürther (v.a. im Alter von 14 bis 27 Jahren) Gelegenheit bekommen, sich zu begegnen, kennenzulernen, auszutauschen und voneinander zu lernen.

Das Fahrradcafé bot mit einer Mischung aus Werkstatt und Cafébetrieb sowohl kostenfreie Hilfestellungen bei Reparaturen als auch Austauschmöglichkeiten unter den Besucher*innen in entspannter Atmosphäre. Insbesondere sozial schwache Jugendliche und UMF konnten bei Bedarf kostenfrei unterstützt werden (z.B. durch Fahrradschläuche, Kleinteile für das Rad etc.). Größere Materialien, wie z.B. ein Montageständer für Reparaturen, die nicht dauerhaft im Zett9 bleiben, mussten ausgeliehen werden. Der gleichzeitige Cafébetrieb bot mit einem interkulturellen Angebot an Getränken und Speisen zusätzlicher Anreiz zu Begegnungen.

Ziele: Begegnung schaffen durch interessensbezogene Themen und Förderung der interkulturellen Kompetenzen.

Dieses Projekt wurde durchgeführt vom Kulturcafé Zett9.


Wo ist Faris?

Jugendtheater zum Mitmachen

Inhalt: Seit zwei Wochen ist Faris, ein 15-jähriger Deutscher, verschwunden. Die Polizei ist auf der Suche nach ihm und ermittelt. Es wird angenommmen, dass sich Faris der radikalen Vereinigung „Brüder der Gerechtigkeit“ angeschlossen hat und sich im Ausland befindet. In die Untersuchungen wird die gesamte Schule, an der Faris zuletzt für kurze Zeit war, miteinbezogen. Die Ermittler (Julie Gauthier vom französischen Dienst DCRI und der deutsche Beamte des Verfassungsschutzes Peter Mögglich) gehen von Klassenzimmer zu Klassenzimmer und befragen die SchülerInnen. „Wo ist Faris“ gliederte sich dabei in mehrere Teile: Im ersten Teil bekamen die Schüler/Innen einen Einblick in die Arbeit der beiden Ermittler, im zweiten Teil wurden sie Zeuge der Radikalisierung von Leon Karstein der sich später Faris nennt. Im dritten und letzten Teil hatten die Schüler/Innen die Möglichkeit, mittels direkten Eingreifens in das Theaterstück, das Verhalten von Leon bzw. Faris zu verändern.

Ziele: Das Publikum wird durch die direkte Form des Theaterstückes für die o.g. Themen sensiblisiert. Die soziale und demokratische Kompetenz wird gefördert durch die lebensnahe Darstellung der Geschichte anhand der Darstellung von jugendlichen Charakteren und das Angebot der Interaktion.

Dieses Projekt wurde durchgeführt vom Theater thevo e.V.


Summerjam

Dancebattle am Lindenhain

Inhalt: In Kooperation mit dem Projekt „Angekommen in Fürth“ veranstalteten wir parallel zu deren Abschlussfest am Lindenhain in der benachbarten ELAN Halle einen Dance Battle für und mit der lokalen Tanzszene (Nürnberg, Fürth, Erlangen) . In dieser fanden sich viele Jugendliche mit Migrationshintergrund, unterschiedlichsten sozialen Hintergründen und Lebenssituationen. Gemeinsam mit engagierten Jugendlichen wurde eine Veranstaltung organisieret bei der die Teilnehmer*innen die Möglichkeit bekamen ihr Können vor einer prof. Jury zu präsentieren und sich durch deren Tipps und Anregungen als Coaches weiter zu entwickeln. Die Jugendlichen nehmen an Planungstreffen teil und konnten z.B. ihre Ideen zum Ablauf einbringen. Am Veranstaltungstag übernehmen sie Verantwortung und Aufgaben.

Das Miteinander stand bei der Veranstaltung trotz des Wettkampfes im Vordergrund. Auf Zusammenhalt und gegenseitiges voneinander lernen wurde besonders Wert gelegt.  Tanzen (Sport im Allgemeinen) ist eine Methode um Integration und gegenseitige Toleranz zu lernen und zu fördern. Gerade im Freizeitbereich (informelles Zusammenkommen) ist der Abbau von Ressentiments möglich. Wir versprachen uns über die Veranstaltungen mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und durch die Förderung von Aktion und Spannung präventiv gegen Gewaltbereitschaft, Brutalität und Aggressionen zu arbeiten. Das Fest vom Projekt „angekommen“ und unser „Summerjam“ wurden durch die örtliche Nähe und gemeinsame bzw. gegenseitige Werbung verbunden. Beide Veranstaltungen profitieren voneinander. Die Teilnehmer/innen und Besucher/innen des Dance Battles konnten sich am Sommerfest verpflegen und an den verschiedenen Ständen mitmachen. Für die Gäste des Sommerfestes war der Dance Battle ein weiteres Highlight am Gelände.

Ziele: Die Veranstalter wollen für ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander einsetzen. Die Kommunikation von Jugendlichen untereinander soll gefördert, einen Rahmen für Begegnungen geschaffen und Synergieeffekte erzielt werden. Wir wollen Toleranz und Akzeptanz fördern,und den Zusammenhalt in Fürth stärken.  

Dieses Projekt wurde durchgeführt vom Jugendhaus Hardhöhe.


Fürth Wiki Tag

Eine Lesung aus den Tagebüchern des Fürther Kriegsgegners Fritz Oerter

Inhalnt: Im Rahmen des Fürth-Wiki Tages im Stadtmuseum Fürth wurde Geschichte greifbar gemacht. Schwerpunktmäßig die Zäsur kurz vor dem 1. Weltkrieg und dessen Mobilmachung. In einer Vortragsreihe mit Themen rund um die Geschichte Fürths, Verkauf von alten Fürth-Büchern, Karten, Bierkrügen etc., Ausstellung von Kuriositäten aus Fürth – also Dingen die sonst in keinem Museum zu finden sind, kleine Kunstausstellung mit (Foto-) Künstlern aus Fürth wurden gerade Weichen stellende Ereignisse anschaulich dargestellt, zur Diskussion gestellt und ein Transfer in die Gegenwart erzeugt. In einer szenischen Lesung stellte der u. a. durch seine Romane und aus den Fürther Nachrichten bekannte und mehrfach ausgezeichnete Fürther Schriftsteller Leonhard F. Seidl ansprechende Auszüge aus den Tagebüchern des deutschlandweit bekannten Fürther Kriegsgegners und Litografen Fritz Oerters vor. Im Besonderen die Jahre 1914 / 15. Sie spiegeln den Ausbruch des 1. Weltkriegs wider, die Gründe hierfür und die Reaktionen der Bevölkerung in Fürth darstellen. Im Anschluß, aber auch davor und danach, wurden diese näher beleuchtet und Besucher und Besucherinnen konnten Fragen stellen.

Ziele: Die Geschichte der Weimarer Republik, des Kriegsausbruchs und die Ursachen soll greifbar gemacht werden. Es sollen Faktoren die zur Stabilisierung einer Demokratie beitragen, sowie Faktoren die die Destabilisierung einer Demokratie begünstigen vermittelt werden.

Diese Projekt wurde durchgeführt vom FürthWiki e. V.


Stark sein ohne Gewalt

Inhalt: Stark sein ohne Gewalt ist ein Selbstbehauptungstrainung mit Einheiten in Selbstverteidigung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. In verschiedenen Unterrichtseinheiten und Settings wurden an verschiedenen Orten in Fürth entsprechende Selbstbehauptungstrainings mit erfahrenen Coaches in Kleingruppen angeboten.

Ziele: Die Teilnehmer/innen sollen befähigt werden sich selbst zu behaupten und mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln um sich z.B. gegen Mobbing und üble Nachrede wehren können. Gleichzeitig sollen sie kleine Selbstverteidigungstechniken lernen, um sich ohne Angst im öffentlichen Raum bewegen zu können, bzw. auch den Eltern ein wenig Angst um ihren Nachwuchs zu nehmen.

Dieses Projekt wurde durchgeführt vom S.K.A. Mit e.V.


Krisen und Krisenherde

Ein Projekttag an der Max-Grundig-Schule Fürth

Inhalt: Der Projekttag befasste sich mit einigen Krisen und Krisenherden, die das Jahr 2017 im Erfahrungshorizont der Schülerinnen und Schüler prägten, im regulären Unterricht aber nicht ausreichend zum Zuge kamen. Zu der Veranstaltung an der MGS wurden die Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen der MGS, die sich im Praktikum befinden, an die Schule geholt, um an dem Projekttag teilnehmen zu können. Es wurden verschiedene Workshops, Vorträge und andere Veranstaltungen angeboten. Einzelne Vorträge befassten sich mit den jüngsten Ereignissen in der arabischen Welt, wie z.B. der Arabellion, andere Vorträge klärten die Hintergründe des Nahost-Konflikts und seine aktuellen Auswirkungen auf Europa. Darüber hinaus wurde die Propaganda des IS und ihre potentielle Wirkung auf Jugendliche und andere Aspekte, für die sich eine Filmanalyse anbietet, untersucht. Breiten Raum nahm die Begegnung mit Schülerinnen und Schülern der Flüchtlingsklassen an der MGS ein, die zu einem tieferen Verständnis der Lage der Migranten sollten und zu daraus resultierenden Initiativen können. Eine weitere Gruppe befasste sich mit Krisenherden in Europa, indem sie die Musik der Rechtsradikalen analysiert hat.

Ziele: Die Schülerinnen und Schüler sollen ein besseres Verständnis für die Situation der Migranten allgemein und der Flüchtlingsklassen an der MGS im besonderen gewinnen. Dazu sollen sie in die Lage versetzt werden, politische Probleme einschätzen und die Widerstände, auf die Migranten in Teilen der Bevölkerung stoßen, kritisch beurteilen und ihnen argumentativ entgegentreten zu können.

Dieses Projekt wurde durchgeführt vom Förderverein der Max-Grundig-Schule Fürth.


Open Air Dance Contest

Interkultureller Tanzwettbewerb

Der eigentliche Open Air Dance Contest fand am 08.07.2017 am Lindenhain auf einer großen Open Air Bühne statt. Im Vorfeld musste diese Großveranstaltung mit 489 aktiven Tänzer*innen und ca. 1.300 Besucher*innen natürlich mit fachlicher Hilfe von Markus Hügel von der Bounce Dance Company und dem Jugendkulturmanagement con-action geplant und organisiert werden. Am 30.06. fand um 18.00 Uhr im Kopf und Kragen ein Vortreffen mit den Akteur*innen statt, um den Jugendlichen und jungen Erwachsenen noch alle Fragen zu beantworten, die Startnummern zu ziehen und den Ablaufplan bekannt zu geben. Im Vorfeld der Veranstaltung musste die Bühne und weitere Logistik am Lindenhain aufgebaut und nach der Veranstaltung auch wieder abgebaut werden. Der Open Air Dance Contest fand in 6 verschiedenen Kategorie (Solo, Duo, Kids, Teens, Show, Mainbattle OFM) statt, die Veranstaltung ging durchgehend von 14.00 – 22.30 Uhr. Die Ressonanz der Teilnehmer*innen und Besucher*innen war durchwegs positiv.

 

S.K.A. Mit hat in Kooperation mit con-action schon öfter Tanzveranstaltungen initiiert, daher konnte die Werbung in den Tanzschulen Frankens und den tanzaffinen Jugendhäusern gezielt eingesetzt und die Zielgruppe optimal erreicht werden. Jede der Contest-Kategorien war bereits im Vorfeld der Veranstaltung ausgebucht. Da die Veranstaltung u.a. von Tobias Beier von Radio Energy Nürnberg moderiert wurde, war auch die Publikumsressonanz sehr gut und über derOpen Air Dance Contest wurde in der gesamten Metroplregion im Radio bei Energy berichtet. Hindernisse bei der Durchführung des Projektes waren nur die Akteur*innen, die kurz vorher ihre Crews änderten, in letzter Sekunde absagten, zu spät zu ihrem Auftritt kamen, ihre Auftrittsmusik vergasen und ähnliches. Das macht die Organisation derartiger Events immer zu einer sehr strapaziösen Angelegenheit, was aber im Vorfeld solcher Veranstaltungen bereits einkalkuliert wird, wenn man bereits Erfahrung in diesem Metier hat.

Das Projekt war definitiv ein voller Erfolg, was auch die hohe Zahl an Akteur*innen und Zuschauer*innen eindrucksvoll belegt. Sogar die lokale Presse mit den Fürther Nachrichten berichtete mit einem Artikel in der Printausgabe und einer Fotostrecke in der online-Ausgabe über diesen Wettbewerb. Angekommen in Fürth berichtete live vom Open Air Dance Contest und führte viele Interviews mit Tänzer*innen, Judges und anderen Akteuren.

Dieses Projekt wurde durchgeführt von S.K.A. Mit e.V.


Anders herum tafeln

Gemeinsame Tafel in der Fußgängerzone Fürth

Im Zuge des Projektes „Anders herum handeln“ im Jahr 2016 ergab sich das Teilprojekt „Anders herum tafeln“, das auch 2017 fortgesetzt wurde. In der Fußgängerzone in Fürth, Schwabacher Straße, wurden Tische und Bänke aufgestellt. Die Teilnehmer sollten Essen für sich und für eine weitere Person mitbringen. Jeder, der vorbei kommt, ist eingeladen, sich dazu zu setzen und an der Tafel teilzunehmen.

Durch Berichte in der Zeitung und verschiedene Verteiler kamen über 70 Menschen, die Essen mitbrachten. Mindestens ebenso viele kamen zufällig vorbei und wurden eingeladen. Verschiedenste Bevölkerungsgruppen waren dabei, z.B. eine Gruppe türkischer Jugendlicher, Anwohner der Straße, Familien mit Kindern. Die Organisatorinnen brachten Tische, Dekoration, Wasser und Gläser mit, kümmertn sich um Werbung und Pressearbeit und betreuen die Gäste. Außerdem wurden Blöcke und Stifte bereit bereitgestellt um Texte zu verfassen, die in geeignetem Rahmen veröffentlicht werden. (z.B. für Theaterprojekte, Lesungen ..) Die Veranstaltung begann am 20.08.2017 um 17.00 und war um 20.00 zu Ende.

Dieses Projekt wurde durchgefürht von FA Zusammenkunst/ Anders herum handeln


Antiziganismus entgegentreten

Am 22. März 2018 fand in den Räumlichkeiten des Fürther Fanprojekts der zweite Teil der Reihe “Antiziganismus entgegentreten‘ statt. Diesmal wurde nach einer kurzen Begrüßung durch Christian Böncker vom Fanprojekt und einem Vertreter des Verbandes Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Bayern, der Film ‚Verfolgt und vergessen‘ gezeigt. Dieser Film wurde 1985 von der Medienwerkstatt Franken gedreht und begleitet eine Gruppe deutscher Sinti bei einer Gedenkfahrt nach Auschwitz. Bei der Reisegruppe waren auch zahlreiche Überlebende des Holocaust, die sich zum Teil auch noch gut an die Zeit im KZ erinnern konnten, dabei.

Der Film dokumentiert auf eindrucksvolle Weise die rassistische Verfolgung der Sinti und Roma seit Mitte der 20er Jahre (Sondergesetz ‚Zigeuner und Arbeitsscheuengesetz‘ vom 16.7.1926), die Vernichtung während des Nationalsozialismus, bis in die Zeit in der der Film gedreht wurde 1985.

Auch nach 1945 wurden die Angehörigen der Sinti und Roma benachteiligt, ausgegrenzt, zu unrecht beschuldigt und vor allen Dingen niemals für das erlittene Leid entschädigt, da damalige Gesetze sie zu ‚Asozialen‘ machte. Dies war der Grund warum die meisten Sinti und Roma nicht wegen ‚rassischer‘ Verfolgung entschädigt werden konnten. Auch Privatklagen führen oft nicht zum Erfolg.
Nach dem eindrucksvollen Zeitdokument folgte eine ebenso spannende, wie erschütternde, historische Chronik des Historikers Ulli Schlee, der in seinem 30minütigen Vortrag auf die historischen Fakten einging. Nach einigen Fragen der ca. 25 anwesenden Besucher*innen wurde die Veranstaltung beendet.


1. Fürther Frauencafé

Am 18.11.2017 fand das 1. Frauencafe´ Hardhöhe in einem Gemeindesaal der Heilig Geist Kirche in Fürth ab 14.30 Uhr statt. Zu dieser Veranstaltung kamen ca. 25-30 Frauen im Alter von ca. 18-80 Jahren aus verschiedenen Ländern. Im Saal wurde Kaffee und Kuchen gereicht, die Teilnehmerinnen saßen an Tischen in kleinen Gruppen zusammen. Nach einer Begrüßungsrede begann ein kleines Kennenlernspiel. Die Frauen sollten sich um einen imaginären ‚Hardhöhe-Punkt‘ versammeln und sich nach ihrem Wohnort positionieren. Das Gleiche wurde dann noch mit dem Geburtsort und dem Geburtsort der Mutter gemacht. Dabei kamen die Frauen miteinander ins Gespräch und die ersten Lebensgeschichten wurden erzählt. Danach folgte ein ca. 20-minütiger Film über Flucht und Heimat. In den anschließenden Zeit wurde dann über den Heimatbegriff, die eigenen Erfahrungen und den Film diskutiert.