Projektbeschreibung und Durchführung

Das Projekt „VIOLET – FLINTAs auf der Bühne“* wurde am 25.10.2025 im Kulturcafé Zett9 durchgeführt. Ziel des Projekts war es, FLINTA*-Personen einen geschützten Raum für kreatives Schreiben, Austausch und poetische Bühnenpräsenz zu bieten.

Von 15:00 bis 17:00 Uhr fand ein Schreibworkshop für FLINTA*-Personen statt, an dem drei Teilnehmende mitwirkten. Im Anschluss an den Workshop gab es Raum für offenen Austausch über kreativ-poetische Prozesse sowie FLINTA*-spezifische Themen. Trotz des grauen und verregneten Herbsttages profitierten die Teilnehmenden deutlich von der gemütlichen Atmosphäre des Kulturcafés sowie dem bewusst geschaffenen Safer Space, der als sehr unterstützend wahrgenommen wurde.

Poetry-Abend

Ab 19:00 Uhr fand der öffentliche Poetry-Abend statt, ebenfalls in einer bewusst klein gehaltenen, gemütlichen Runde. Im Vorfeld hatten sich fünf Poet*innen angemeldet, die selbstverfasste Texte mitbrachten, darunter auch eine Person aus dem vorherigen Workshop. Eine weitere Workshopteilnehmerin entschied sich spontan, ihren im Workshop entstandenen Text erstmals auf der Bühne vorzutragen. Zusätzlich meldeten sich zwei Personen aus dem Publikum spontan, um eigene Texte zu lesen.

In den Gesprächen mit den Auftretenden wurde deutlich, dass die überschaubare Anzahl an Zuhörenden maßgeblich dazu beitrug, dass sich die Vortragenden sicher genug fühlten, sehr persönliche und intime Texte zu teilen. Die Atmosphäre während des Abends war durchgehend andächtig, wertschätzend und respektvoll. Dies zeigte sich auch im intensiven Applaus sowie in dankenden Worten aus dem Publikum gegenüber den Vortragenden.

Zielerreichung und Reflexion

Das ursprünglich angestrebte quantitative Ziel von 50 Teilnehmenden wurde nicht erreicht. Insgesamt nahmen 22 Personen am Projekt teil. In der gemeinsamen Reflexion mit den Leiterinnen des Workshops und des Bühnenabends sowie im Austausch mit Besuchenden wurde jedoch deutlich, dass ein qualitatives Ziel erfolgreich erreicht wurde:
Die acht auftretenden Personen fühlten sich auf der Bühne wohl, gesehen und getragen von einem wertschätzenden Rahmen, in dem persönliche Gedanken, Gefühle und Erfahrungen offen geteilt werden konnten.

Auch die Kooperationspartnerin Luise – the Culfactory, die bei Reichweite und Akquise unterstützte, berichtete von ähnlich geringem Zulauf bei einer am selben Freitag stattfindenden FLINTA*-Party. Dies deutet darauf hin, dass der Bedarf an rein FLINTA*-spezifischen Angeboten für junge Menschen aktuell rückläufig ist.

Ausblick

Gleichzeitig zeigte sich in Gesprächen mit Teilnehmenden ein wachsendes Interesse an inklusiveren Formaten, die sich stärker am übergeordneten Themenfeld „Queerness“ orientieren. In der Region gibt es inzwischen eine Vielzahl FLINTA*-spezifischer Angebote, wodurch eine thematische Übersättigung entstanden sein könnte. Für zukünftige Projekte bietet es sich daher an, den Fokus stärker auf queere, intersektionale und offene Konzepte zu legen, um neue Bedarfe aufzugreifen und breitere Zielgruppen anzusprechen.

  • VIOLET – FLINTAs* auf der Bühne