Jugend diskutiert Zukunftsthemen bei U18-Podium in Fürth


Wie soll die Zukunft in Fürth von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aussehen und welche Themen betreffen die jungen Generationen. Bei einer Podiumsdiskussion zur U18- Kommunalwahl im Helene-Lange-Gymnasium standen zentrale Zukunftsfragen aus Sicht junger Menschen im Fokus.


Fürth – Wie geht Fürth mit steigenden Schülerzahlen um? Wie gelingt der Übergang von der Schule in den Beruf? Und wie können junge Menschen trotz einer alternden Gesellschaft mitreden und mitgestalten? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion zur U18-Kommunalwahl, die vom Stadtjugendring Fürth und dem Fürther Jugendrat organisiert wurde. Junge Politiker:innen aller kandidierenden Parteien stellten sich den jugendrelevanten Themen und diskutierten unterschiedliche Lösungsansätze.


Steigende Schülerzahlen: Zwischen Sanierung, Containern und Neubauten

Im Themenblock Bildung ging es zunächst um den Umgang mit kurzfristig steigenden Schülerzahlen. Vertreter:innen mehrerer Parteien verwiesen darauf, dass die Prognosen langfristig auch wieder sinkende Zahlen erwarten lassen. Kurzfristige Lösungen wie Container- oder Modulbauten wurden von mehreren Seiten als realistische Übergangslösung genannt. Gleichzeitig bestand parteiübergreifend Einigkeit darüber, dass viele Schulgebäude in einem sanierungsbedürftigen Zustand sind. Während einige Parteien Neubauten – etwa im Bereich der Realschulen – für notwendig halten, sprachen sich andere eher für Erweiterungen bestehender Schulen und eine sorgfältige Abwägung der verfügbaren Ressourcen aus.


Berufsorientierung: Praktika, Ehrlichkeit und bessere Bedingungen


Beim Thema Berufsorientierung und Berufsvorbereitung wurde deutlich, dass es unterschiedliche Einschätzungen zur Rolle der Stadt gibt. Während einige
Podiumsteilnehmende auf bestehende Angebote wie Ausbildungsmessen, Praktika und externe Institutionen verwiesen, wurde von anderen kritisiert, dass eingestellte Projekte eine Lücke hinterlassen hätten. Mehrfach angesprochen wurden die Arbeitsbedingungen von Auszubildenden: Faire Bezahlung, ehrliche Einblicke in Berufe und bessere Betreuung seien entscheidend, um jungen Menschen eine realistische Orientierung zu ermöglichen. Auch das Ehrenamt wurde als möglicher Baustein der Berufsfindung genannt.


Beteiligung junger Menschen: Mehr Sichtbarkeit und neue Formate


Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der politischen Beteiligung junger Menschen in einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft. Mehrere Parteien verwiesen auf bestehende Strukturen wie den Fürther Jugendrat oder Jugendorganisationen der Parteien. Gleichzeitig wurde betont, dass diese Angebote bekannter gemacht und finanziell abgesichert werden müssten. Forderungen nach neuen Beteiligungsformaten, digitalen Mitmachmöglichkeiten und einer Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre sorgten für Diskussion. Andere Stimmen betonten die Freiwilligkeit politischen Engagements und sahen ausreichend bestehende Möglichkeiten.


Ehrenamt unter Zeitdruck


Beim Thema Ehrenamt wurde deutlich, dass Ganztagsschule und steigende Anforderungen im Alltag das Engagement junger Menschen erschweren können. Während einige das Ehrenamt als freiwillige Tätigkeit aus Überzeugung verstanden wissen wollten, wurden auch Anreize wie Vergünstigungen, Anerkennungsmodelle oder bessere Rahmenbedingungen diskutiert. Einigkeit bestand darin, dass ehrenamtliches Engagement eine wichtige Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts darstellt und weiter gestärkt werden sollte.

Inklusion und Integration: Unterschiedliche Wahrnehmungen


Kontrovers verlief die Debatte zum Thema gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Während einige Podiumsteilnehmende eine Zunahme solcher Tendenzen wahrnahmen und stärkere Investitionen in Bildung, Integration und Aufklärung forderten, sahen andere darin kein wachsendes Problem in Fürth. Einig waren sich viele darin, dass Sprache, Bildung und soziale Teilhabe zentrale Schlüssel für Integration sind. Auch Barrierefreiheit und Inklusion,
etwa im öffentlichen Raum, wurden als wichtige Aufgaben benannt.


Umwelt und Stadtentwicklung: Mehr Grün oder mehr Parkplätze?


Zum Abschluss blickten die Podiumsteilnehmenden in die Zukunft der Stadtentwicklung. Die Visionen für die Fürther Freiheit in 20 Jahren reichten von mehr Grünflächen, Aufenthaltsqualität und weniger Autoverkehr bis hin zu zusätzlichen Parkmöglichkeiten und einem Ausbau des ÖPNV. Während einige eine autofreie oder autoarme Innenstadt als realistische Utopie beschrieben, warnten andere vor den Auswirkungen auf Verkehr und Erreichbarkeit. Deutlich wurde: Die Frage nach der Balance zwischen Mobilität, Klimaschutz und Lebensqualität bleibt eine der zentralen Herausforderungen für die kommenden Jahre. Die Podiumsdiskussion war Teil des Begleitprogramms zur U18-Kommunalwahl, bei der Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren symbolisch ihre Stimme abgeben können. Diese können am 27. Februar eine Woche vor der Kommunalwahl ihre Stimme abgeben. Weitere Infos finden sich unter www.u18-fuerth.de. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Stadtjugendring Fürth und dem Fürther Jugendrat. Ziel war es, politische Positionen sichtbar zu machen und jungen Menschen Orientierung für ihre eigene Meinungsbildung zu bieten – und damit einen Beitrag zur demokratischen Bildung in Fürth zu leisten.

  • U18 – Podiumsdiskussion am 03.02.2026 am Helene-Lange Gymnasium