Familienstützpunkt Fürth

Bedarfserhebung in der Fürther Südstadt

Projektzeitraum: 06.06.2025 – 15.11.2025

1. Ausgangslage und Zielsetzung

Im Rahmen des Aufbaus eines Familienstützpunktes in der Fürther Südstadt wurde im Zeitraum vom 06.06.2025 bis 15.11.2025 ein Beteiligungsprojekt zur systematischen Bedarfserhebung von Familien durchgeführt.

Ziel des Projektes war es, die konkreten Bedarfe von Familien im Sozialraum zu ermitteln, um auf dieser Grundlage ein passgenaues, bedarfsgerechtes Angebot des zukünftigen Familienstützpunktes zu entwickeln. Dabei sollte die Beteiligung bewusst niedrigschwellig gestaltet werden, um möglichst viele unterschiedliche Familien zu erreichen.

2. Projektumsetzung

2.1 Beteiligungsformate

Das Projekt umfasste wöchentliche niedrigschwellige Beteiligungsangebote im entstehenden Familienstützpunkt sowie bei Netzwerkpartnern im Stadtteil. Ergänzend wurden digitale Beteiligungsformate eingesetzt. Diese digitalen Methoden wurden im Rahmen des Treffens der Wertestarter in Hofgeismar als Good-Practice-Beispiel vorgestellt.

Unterschriftenlisten wurden von Familien als kritisch wahrgenommen, da sie die Niedrigschwelligkeit beeinträchtigten und digitale Beteiligungsformen nicht abbilden konnten. Entsprechend wurde ihr Einsatz bewusst reduziert.

2.2 Erhebungsmethoden

Die Bedarfe der Familien wurden auf mehreren Wegen erfasst:

  • Google-Forms-Umfrage für Familien (15 Teilnahmen)
  • Ergänzende Umfrage für Institutionen (3 Teilnahmen)
  • Stimmungsbild mit Klebepunkten beim Flohmarkt am 08.11.2025
  • Gespräche beim Fachtag „Rückenwind“
  • Story-Prompts aus dem Eltern-Kind-Treff, die aufzeigten, wo Familien bereits Unterstützung erfahren

Insgesamt konnten über 100 Familien erreicht werden. Damit wurde die im Antrag formulierte Zielgröße erfüllt.

3. Ergebnisse der Bedarfserhebung

Die Erhebung machte eine große thematische Bandbreite sichtbar. Zentrale Bedarfsfelder waren:

  • Kinderbetreuung
  • Schlaf und Stillen
  • Angebote für unterschiedlich alte Kinder
  • Nachmittagsangebote
  • Leben mit dem zweiten Kind
  • Trageberatung
  • Inklusion
  • Generationenverständnis
  • Alltagsbezogene Integration
  • Vernetzung und Partizipation
  • Stoffwindeln
  • Körperbilder
  • Schwangerschaft und Geburt
  • Hebammenversorgung
  • Mentale Gesundheit von Eltern

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Familien vielfältige, lebensphasenbezogene und alltagsnahe Unterstützungsangebote benötigen.

4. Kooperation und Netzwerkarbeit

Die Kooperationspartner waren eng in das Projekt eingebunden. Sie unterstützten durch:

  • Bereitstellung von Räumlichkeiten
  • Ansprache der Zielgruppe
  • Fachliche Beiträge

Die enge Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden, Kindertagesstätten, sozialen Trägern und Beratungsnetzwerken erwies sich als wesentlicher Erfolgsfaktor und stärkte die nachhaltige Kooperation im Stadtteil.

5. Zielerreichung (SMART-Bewertung)

Spezifisch:
Das Projekt zielte klar auf die Erhebung der Bedarfe von Familien in der Fürther Südstadt ab. Dieses Ziel wurde erreicht, da eine breite Palette konkreter Themen identifiziert werden konnte.

Messbar:
Die Zielerreichung wurde durch verschiedene Instrumente dokumentiert (Umfragen, Klebepunkt-Abfrage, Fachgespräche, Story-Prompts). Über 100 erreichte Familien belegen die quantitative Zielerfüllung.

Attraktiv:
Die Beteiligung war bewusst niedrigschwellig gestaltet (offene Gesprächsformate, digitale Beteiligung, mobile Befragung). Die positive Resonanz – insbesondere beim Flohmarkt – zeigt die hohe Relevanz und Akzeptanz des Angebots. Die Reduktion von Unterschriftenlisten erhöhte die Zugänglichkeit.

Realisierbar:
Dank eines stabilen Netzwerks war die Umsetzung realistisch planbar. Die Kooperation mit lokalen Akteuren bestätigte die Tragfähigkeit des Vorhabens.

Terminiert:
Die Erhebung erfolgte vollständig im festgelegten Zeitraum (Juni bis November 2025). Ein erster Zwischenbericht wurde fristgerecht zum Jugendhilfeausschuss am 02.07.2025 vorgelegt.

6. Fazit und Ausblick

Die Projektziele wurden weitgehend erreicht. Gleichzeitig wurde deutlich, dass echte Partizipation über die reine Bedarfserhebung hinausgeht: Familien erwarten Rückmeldungen sowie sichtbare Reaktionen auf ihre eingebrachten Anliegen.

Insgesamt wird das Projekt als erfolgreich bewertet. Es schafft eine belastbare Grundlage für die bedarfsgerechte Konzeption des Familienstützpunktes Fürth und stärkt nachhaltig die Zusammenarbeit im Stadtteil.

Die gewonnenen Erkenntnisse bilden nun die Basis für die konkrete Ausgestaltung der zukünftigen Angebote sowie für eine kontinuierliche, dialogorientierte Beteiligung von Familien im Sozialraum.