Im Rahmen der Initiative „für(th)einander“ wurde am Sonntag, den 12.04.2026 um 16:00 Uhr das Theaterstück „HOCHDEUTSCHtürkisch“ des Theater Ulüm im Saal des Grünen Baum in der Gustavstraße 34 in Fürth aufgeführt. Die Veranstaltung richtete sich an ein vielfältiges Fürther Publikum und setzte sich auf humorvolle Weise mit Themen wie Migration, kulturellen Zuschreibungen, Diskriminierung und Alltagsrassismus auseinander.
Ursprünglich war geplant, das Stück „Sind Sie Ausländer? – Nein, ich bin Türke.“ des Theater Ulüm aufzuführen. Im Austausch mit dem Theater stellte sich jedoch heraus, dass die Komödie „HOCHDEUTSCHtürkisch“ aktuelle gesellschaftliche und politische Herausforderungen besonders treffend und humorvoll behandelt und damit besser zur Zielsetzung der Veranstaltung passt. Gemeinsam mit dem Kooperationspartner, dem Büro für Migration und Vielfalt, wurde daher die Entscheidung getroffen, das Programm entsprechend anzupassen.
Die Schauspieler*innen thematisierten in deutscher Sprache mit viel Witz und Authentizität Vorurteile, Diskriminierung und fremdenfeindliche Tendenzen in Deutschland. Gleichzeitig wurde die 65-jährige Migrationsgeschichte der sogenannten „Deutsch-Türken“ aufgegriffen und die daraus entstandenen gesellschaftlichen Veränderungen – etwa im Hinblick auf Rollenbilder, Frauenrechte und traditionelle Männergesellschaften – dargestellt. Durch das authentische Schauspiel und das humorvolle Drehbuch gelang es dem Ensemble, das Publikum gleichermaßen zum Schmunzeln, Lachen und Nachdenken anzuregen.
Das Publikum war bunt gemischt und setzte sich aus Menschen mit und ohne Migrationsbiografie sowie aus unterschiedlichen Altersgruppen zusammen. Viele Zuschauer*innen mit eigener Migrationserfahrung konnten sich in den dargestellten Situationen wiederfinden, während Menschen ohne eigene Migrationsgeschichte auf unterhaltsame Weise Einblicke in die Lebensrealitäten migrantisch gelesener Mitbürgeri*nnen erhielten. Die humorvolle Darstellung erleichterte den Zugang zu sensiblen gesellschaftlichen Themen und baute Hemmschwellen für die Auseinandersetzung mit Diskriminierung und kulturellen Zuschreibungen ab.
Mit über 100 Besucher*innen war die Veranstaltung sehr gut besucht; der Saal im Grünen Baum war nahezu vollständig gefüllt. Kartenreservierungen waren im Vorfeld telefonisch sowie per E-Mail möglich, wodurch eine gute Planung der Besucherzahlen gewährleistet werden konnte. Der Eintritt zur Veranstaltung war kostenfrei.
Besonders positiv aufgenommen wurden neben der künstlerischen Darbietung auch die Räumlichkeiten des Grünen Baum sowie die Möglichkeit, in der Pause Getränke zu erwerben. Die Pause bot Raum für persönliche Gespräche und Diskussionen zwischen den Besucher*innen und förderte den interkulturellen Austausch.
Die Durchführung der Veranstaltung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Büro für Migration und Vielfalt, das insbesondere organisatorische Aufgaben wie die Entgegennahme der Anmeldungen sowie Teile der Öffentlichkeitsarbeit übernahm. Darüber hinaus wurde die Veranstaltung durch die Fürther Partnerschaft für Demokratie unterstützt. Die Bewerbung erfolgte erfolgreich über Flyer, Plakate sowie soziale Medien.
Insgesamt zeigte die Veranstaltung eindrucksvoll, wie kulturelle Angebote und insbesondere humorvolle Theaterformate dazu beitragen können, gesellschaftliche Themen niedrigschwellig zu vermitteln und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Das Theaterstück machte deutlich, wie Diskriminierung im Alltag entsteht, wie Sprache ausgrenzen kann und wie wichtig gegenseitiges Verständnis und Dialog für ein gelungenes gesellschaftliches Zusammenleben sind.
















