Die KulturKiste ist eine Veranstaltungsreihe in der Kofferfabrik Fürth, die Kunst, gesellschaftliche Themen und Dialog miteinander verbindet. In jeder Ausgabe kuratieren Annkathrin Slavik und Robert Wolfgang Segel ein Programm mit regionalen Künstler*innen aus den Bereichen Wort, Musik und Bildende Kunst. Jede Veranstaltung widmet sich einem Schwerpunktthema – meist aus den Bereichen Demokratie, Nachhaltigkeit oder Toleranz – und verbindet künstlerische Beiträge mit offenen Gesprächen zwischen Kunstschaffenden und Publikum.
Am Donnerstag, den 09. Oktober 2025, fand die dritte Ausgabe der KulturKiste statt. Auch dieses Mal zeigte sich das Format als niedrigschwelliger, generationsübergreifender Begegnungsraum, der Kunst und gesellschaftlichen Diskurs miteinander verknüpft.
1. Thematischer Schwerpunkt: „Vom Träumen“
Das Thema des Abends lautete „vom Träumen“. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie sehr man sich eine ideale Gesellschaft erträumen kann, welchen Beitrag jede Person dazu leisten kann – und welche Rolle Kultur für die Realisierung solcher gesellschaftlichen Visionen spielt. Diskutiert wurde außerdem, ob das „Erwachen“ aus Träumen zwingend mit Ernüchterung verbunden sein muss oder kreative Kräfte freisetzen kann.
2. Programmverlauf
Das abwechslungsreiche Programm umfasste drei künstlerisch-wissenschaftliche Beiträge:
- Wissenschaftlicher Input
Die Psychologin und Schlafforscherin Lotta Blum eröffnete den Abend mit einem Vortrag über ihre Studie an der FAU zum Thema Schlafstörungen. Ihr Beitrag schlug die Brücke zwischen realen Träumen, ihrer wissenschaftlichen Bedeutung und gesellschaftlichen Auswirkungen. - Musik
Singer/Songwriter Jörg Szameitat präsentierte Lieder, die zwischen tatsächlichen Träumen und gesellschaftlich ersehnten Idealen changierten. Seine Songs boten emotionale Zugänge zu den Fragestellungen des Abends. - Illustration & visuelle Kunst
Die Illustratorinnen Therese Hein-Sörgel und Christina Mühlhöfer gaben Einblicke in ihre Auftragsarbeiten, unter anderem in eine Magazinreportage über häusliche Gewalt und Femizide. Sie zeigten damit, wie visuelle Kunst demokratische Ziele unterstützen und gesellschaftliche Missstände sichtbar machen kann.
Im abschließenden Podiumsgespräch entwickelte sich ein intensiver Diskurs über reale Träume, kreative Verarbeitung, Wunschvorstellungen und ihre mögliche Umsetzung – sowohl im künstlerischen Schaffen als auch im alltäglichen gesellschaftlichen Engagement. Immer wieder wurde deutlich, wie Kunst Menschen befähigen kann, Träume in gesellschaftliche Teilhabe zu übersetzen.
3. Publikumsresonanz
Das Publikum war in hohem Maße interessiert und beteiligte sich stärker als bei den vorangegangenen Ausgaben. Besonders gut gelang es, einen Bezug zwischen persönlichen Erfahrungen der Besucher*innen und gesellschaftlichem Handeln herzustellen – auch ohne eigene künstlerische Tätigkeit.
Die KulturKiste konnte erneut steigende Besucherzahlen, sowohl im Vorverkauf als auch an der Abendkasse, verzeichnen. Das Format zieht weiterhin ein generationenübergreifendes und vielfältiges Publikum an.
Als besonders attraktiv erwiesen sich:
- der niedrigschwellige Eintrittspreis,
- der Einblick in den „Maschinenraum“ der Kultur (Entstehungsprozesse, Hintergründe, künstlerische Entscheidungen),
- die Relevanz der gesellschaftlichen Themen und
- der interaktive Austausch zwischen Kunstschaffenden und Publikum.
4. Bedeutung der Kooperationen
Die KulturKiste wird durch die Unterstützung verschiedener Kooperationspartner*innen ermöglicht, die finanzielle und organisatorische Ressourcen bereitstellen. Dies bildet die Grundlage dafür, die Veranstaltungsreihe weiterzuentwickeln und hochwertige, zugleich zugängliche Kulturangebote zu gestalten.
5. Fazit und Ausblick
Die dritte Ausgabe der KulturKiste war ein deutlicher Erfolg. Die steigenden Publikumszahlen zeigen, dass die Reihe nach wenigen Terminen bereits ein fester Bestandteil des Kulturprogramms der Kofferfabrik geworden ist. Gerade Mischformen zwischen Kunstsparten – wie sie die KulturKiste bietet – passen hervorragend zur programmatischen Ausrichtung des Hauses.
Für das Jahr 2026 ist bereits ein zusätzlicher fünfter Termin geplant, der der Nachwuchsförderung in den Bereichen Musik, Wort und Illustration gewidmet sein wird. Die Resonanz der bisherigen Abende bestärkt die Kurator*innen darin, die Reihe fortzuführen und weiterhin demokratische Themen und kulturelle Ausdrucksformen zusammenzubringen.






















